Sonntag, 10. November 2013

Es rasselt im Keller




Der Klapperschlange Endschwanzrassel
fehlt – wie man weiß – der Kellerassel.
Auch Mauerasseln enden nicht
mit einer Klapper, sondern schlicht
ganz ohne diese. Recht betrüblich,
denn wären Asselrasseln üblich,
dann schätzte diese jeder sehr,
alleine schon vom Wortklang her.

Freitag, 8. November 2013

Wurmkuss




In der Erde, unter Steinen
lebt der Regenwurm mit seinen
Bruderschwestern ohne Licht,
frisst und stärkt die Humusschicht.
Schon allein aus diesem Grunde
hebe ich den Wurm zum Munde,
küsse ihn aus Dankbarkeit.

Dieses ginge wohl zu weit,
meinen viele der Bekannten
und fast alle Anverwandten.

Wagner umgeschrieben


Dort liegt ein Nachen, aber drin
sitzt offenbar nicht Lohengrin.
So fällt es auch dem Schwan nicht ein,
für zwei Touristen Pferd zu sein.
Schlussendlich zeigt er sich charmant
und zieht das Pärchen nach Brabant.

Wen wundert’s, Wagner tobt im Himmel,
die neue Fassung riecht nach Simmel.





Donnerstag, 7. November 2013

Baumkeuschheit



Die Tanne schüttelt ihren Wipfel.
Sie sieht im späten Herbst den Gipfel
verderbter Zügellosigkeit,
die Buchen, Eschen ohne Kleid
sowie die splitternackten Birken.
Nichts könnte da lasziver wirken.

Man sollt zum Schutz der Eibenjugend,
zur Wahrung strenger Fichtentugend,
der Laubgehölze Orgien
von Deutschland bis Georgien,
ja, weltweit mit Verbot belegen,
allein des Schamgefühles wegen.

Mittwoch, 6. November 2013

Der Humor der Ringelnatter




Allzu ernst sind Klapperschlangen,
ganz humorlos auch die langen
Grünen Mambas. Kobras scheuen
jedes Wortspiel. Witze freuen
eigentlich nur Ringelnattern.
Welch ein Beben, Flankenflattern,
ungehemmtes Natternringeln,
wenn die Pointen einmal klingeln.
Nicht zuletzt aus diesem Grunde
hören Ulk aus meinem Munde
eher Nattern als die Ottern,
würde dort wohl witzfern stottern.

Dienstag, 5. November 2013

Seufzer eines Vollschlanken



 
Das Mastodon war sehr beleibt,
blieb trotzdem selten unbeweibt.
Man sieht, im Pliozän galt Fett
als durchaus liebenswert und nett.
Ach, war das Leben damals schen
im Plio- und im Pleistozän!